Obstbaum pflanzen: Schritt für Schritt zur eigenen Ernte
Eigenes Obst aus dem Garten — so gelingt's
Ein eigener Obstbaum im Garten — das ist ein Traum, der gar nicht schwer zu verwirklichen ist. Ob Apfel, Kirsche, Birne oder Pflaume: Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Handgriffen wächst Ihr neuer Obstbaum zuverlässig an und beschert Ihnen über Jahre hinweg leckere Ernten.
Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie du einen Obstbaum richtig pflanzen.
Vor dem Pflanzen: Die richtige Vorbereitung
Den passenden Standort wählen
Obstbäume lieben Sonne. Wählen du einen Platz, der mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag bekommt. Windgeschützte Lagen sind ideal, da starker Wind die Bestäubung beeinträchtigen kann.
Abstände beachten:
- Hochstamm: mindestens 8–10 m zum nächsten Baum
- Halbstamm: 5–6 m
- Buschbaum/Spindel: 2–3 m
- Säulenobst: ab 1 m (ideal für kleine Gärten)
Die richtige Sorte finden
Nicht jede Sorte passt zu jedem Standort. In unserer Region rund um Halle empfehlen wir bewährte Sorten, die mit dem mitteldeutschen Klima gut zurechtkommen. Lassen du sich am besten persönlich beraten — wir kennen die Sorten, die hier besonders gut gedeihen.
Pflanzzeit
- Herbst (Oktober–November): Ideal für wurzelnackte Obstbäume. Die Bäume wurzeln über den Winter ein und starten im Frühjahr mit Vorsprung.
- Frühjahr (März–April): Gut für Containerware und in schweren, nassen Böden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Pflanzloch ausheben
Heben du ein Loch aus, das etwa doppelt so breit und etwas tiefer als der Wurzelballen ist. Bei schwerem Lehmboden die Sohle des Pflanzlochs mit einer Grabegabel etwas auflockern — das verhindert Staunässe.
Schritt 2: Stützpfahl einschlagen
Schlagen du vor dem Pflanzen einen stabilen Pfahl (ca. 8 cm Durchmesser, 2,50 m lang) in den Boden. Der Pfahl sollte auf der Wetterseite (meist Westen) stehen und später bis knapp unter die Krone reichen.
Schritt 3: Baum einsetzen
Setzen du den Baum so ein, dass die Veredlungsstelle (die verdickte Stelle am unteren Stamm) etwa 10 cm über dem Boden bleibt. Bei wurzelnackten Bäumen die Wurzeln fächerförmig ausbreiten.
Schritt 4: Erde auffüllen und festtreten
Füllen du das Pflanzloch mit einer Mischung aus Aushub und reifem Kompost. Schichtweise einfüllen und leicht festtreten — aber nicht zu fest, die Wurzeln brauchen Luft.
Schritt 5: Gießrand formen und wässern
Formen du einen kleinen Erdwall rund um den Baum (Gießrand). Dann kräftig angießen — mindestens 20–30 Liter Wasser. Das Wasser schwemmt die Erde an die Wurzeln und schließt Hohlräume.
Schritt 6: Anbinden
Binden du den Baum mit einem Kokosstrick oder einem speziellen Baumseil locker an den Pfahl. Achten du darauf, dass der Strick den Stamm nicht einschnürt — eine Acht-Form sorgt für genügend Spielraum.
Schritt 7: Pflanzschnitt durchführen
Der Pflanzschnitt ist wichtig, damit der Baum eine gute Krone bildet. Kürze die Seitentriebe um etwa ein Drittel und den Mitteltrieb so, dass er die Seitentriebe um eine Handbreit überragt.
Die ersten Monate nach dem Pflanzen
- Regelmäßig gießen — besonders bei Trockenheit in den ersten beiden Jahren
- Mulchen — eine Schicht Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden
- Keine Düngung im ersten Jahr — der Kompost im Pflanzloch reicht aus
- Baumscheibe freihalten — im Radius von 50 cm kein Rasen oder Unkraut wachsen lassen
Häufige Fehler vermeiden
❌ Zu tief pflanzen — Die Veredlungsstelle muss über dem Boden bleiben, sonst treibt die Unterlage aus.
❌ Zu wenig wässern — Auch bei Regen das erste Angießen nicht vergessen! Das Wasser muss an die Wurzeln.
❌ Keinen Pflanzschnitt — Ohne Pflanzschnitt wird die Krone ungünstig und der Ertrag leidet.
❌ Falscher Zeitpunkt — Wurzelnackte Bäume nicht im Sommer pflanzen. Containerware geht immer, ist aber im Hochsommer mit viel Gießen verbunden.
Unser Tipp
In der Saalebaumschule finden du eine große Auswahl an Obstgehölzen — vom klassischen Apfelbaum bis zum Säulenobst für den Balkon. Komm vorbei, wir beraten du gerne zum richtigen Baum für deinen Garten.